Sonntag, 19. Oktober 2008

G-Punkt der Venus

Dopes Tagebuch,

zwei Tage Berlin ist wie zwei Jahre Heroin zum Frühstück - oder: "Das dritte Jahrtausend ist grade mal 8 Tage alt" (Adaptation Dr. Werner Lambert)


Aru an Board

7°° früh in einen LinienBus nach Berlin steigen ist eine der Sachen im Leben, die der normal entwickelte Mensch einmal tut um künftig mit einer aussagekräftigen Grimasse dankend abzulehnen. Der Aru wäre fast vom Hamburger Regenwind verweht, erreicht den ZOB (Zombies,Obdachlose,Berber) fünf Minuten vor Abfahrt und tauscht seine Schlafmütze gegen ein Ticket. Die Schlange reicht vom McDonald's bis zum Kofferraum und sorgt für ein wissendes Lächeln auf den Lippen. Die Ansage des osteuropäischen Busfahrers läßt mich erschrocken auffahren und befürchten ich hätte das falsche Mobil bestiegen und sei unterwegs Richtung Riga oder Vilnius. Erst beim Klang des Wortes "Nichtraucherbus" kann der Aru sich entspannt zurücklehnen und sich von seiner Sitznachbarin das Hinterteil gegen die Beine drücken lassen.

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Wenn der Postmann zweimal klingelt

Ich erreiche kurz nach dem Briefzusteller die Gaillard 21 und halte triumphierend das neue blog handy in den Schatten des Sonnenschirms. Mit dem Verweis auf die Pflichten eines Blogwarts erkläre ich Dr.Werner, daß unbewaffnet nie mehr als ein Fuß vor die Tür gesetzt werden darf und Cameras ab sofort noch vor Unterwäsche, Socken und Sonnenbrillen auf der Kleiderordnung stehen.


Die spektrale Fangemeinde des Böckiblogs in Berlin fragt nach letzten Abschiedsposts auf der heiß geliebten Seite: "Erler&Pless kann ja wohl nicht das letzte gewesen sein. Ne ordentliche Seebestattung sollte schon sein. Im world wide web."
Die Frage nach meinem neuen Mitbewohner beantworte ich mit dem Hinweis auf das von Ole in den Steindamm importierte NES. Dr.Werner zeigt sich fachkundig: "Das war die erste MPC."
MB gerät angesichts der Wochenendaktivitäten ins Schwärmen und überredet den Aru 21 Euro in hochkonzentrierten Abschaum zu investieren. Übermütig wird gar der Besuch der VIP-Party für schlaff hängende 45 Euro erwogen ("Ich hab grad ne BAFöG-Erhöhung bekommen"), in Anbetracht spektraler Unpäßlichkeiten jedoch auf nächstes Jahr verschoben und statt dessen noch eine Handseife, Duftmarke Orange, für 89 Cent erworben.


Theater Rote Grütze


Back in der Twenty One zwingt die Atemnot der Welt und das Gewicht der gekauften Chipstüten den Aru zum philosophischen Aderlaß. "Wie es wohl in so ner Chipsfabrik zugeht?"
Werner Marcuse versteht Chipstüte und antwortet zielsicher: "Na, wie es in einer Brezeltüte zugeht wissen wir ja. Das Salz wird abgerieben und fällt zu Boden. So eine line könnte auch jemand bringen, der beim Poetry Slam auf der Bühne steht, nachdem er zwei Gläser Rotwein getrunken hat. Vor Aufregung."
Der morgige Tag will nicht aus den Köpfen und landet dennoch auf der Zunge. "Ich will Meiuss sehen, wie er neben einem Pornostand hinter vorgehaltener Hand seinen Pfeffi schlürft."

Mein Blick schweift durch die Küche und bleibt an der Packung Kirsch-Joghurt-Tee hängen. "War die nicht noch aus der Kiautschoustraße?"
Stichworte treffen mitten ins Herz. "Ich hab heute unsere Vermieter angerufen und mafiös auf den Anrufbeantworter gesprochen. 'Hallo, Müller. Sie wissen worum es geht. Kiautschoustraße. Kaution. Mehr brauch ich dazu nicht sagen. Meine Nummer ist 01741712319. Rufen Sie mich unverzüglich an.'"

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Nachdem die Weinflaschen sortiert und der Pfeffi als Analgetikum für kommende Großereignisse zurückgelegt wurde, greift Dr.Werner tief in spektrale Schatzkisten und zückt etwas hervor, das Erotikmessen inklusive zugehöriger crowd in den Gliedschatten stellen sollte.

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Das Dargebotene läßt sich nur schwerlich in menschliche Sprache übertragen. Spe zückt Fernbedienung + Camera und extrahiert Ikonographien der Eskheit.


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Gehostet bei Pic-Upload.de Das Weib-der unerforschte Planet

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Gehostet bei Pic-Upload.de Spermium und Ei

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Gehostet bei Pic-Upload.de Die Geburt

Gehostet bei Pic-Upload.de Jeder Bauch mag wenn man ihn liebt

Gehostet bei Pic-Upload.de Jeder Po mag wenn man ihn liebt

Beim investigativen Zappen
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dann aber der schreckliche Verdacht, daß unschuldige Kinder sich nicht freiwillig perversen Spielen zur Triebbefriedigung infantiler Hippies hingegeben haben.


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Spektral ist entsetzt, verwirrt und erbittet seine zweiköpfige Heiligkeit um Rat.

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Landed on Venus

Der morgendliche Rundgang seiner Hoheit über die Prinzenallee am Tage der reitenden Leichen birgt Begegnungen mit Hinweisschildern und läßt einmal mehr zweifeln, ob die 21 Euro gut angelegt sind.

Gehostet bei Pic-Upload.de Tödliche Entscheidung

Unterdessen wird der Aru auf subtile Art auf die kommende Fleischbeschau hingewiesen.

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Bewaffnet mit einer Ladung jungfräulicher Hi-8-Kassetten die Ringbahn bestiegen und ein Memorandum für Tomasz' Schneidezahn abgehalten. Ich frage den in Casu Sexmessen bewanderten und auf diesem Gebiet promovierten Dr.Werner ob der Pfeffi ebenfalls ein gern gesehener Gast auf solchen Zusammenkünften ist wenn er aus der Jackentasche lugt. "Ach was, die werden einen ja nicht gleich am Eingang betatschen und an den Arsch fassen."
Die letzte Weiche ist gestellt und führt die headz am Deutschen Kongreß für Orthopädie und Unfallchirurgie vorbei an die Pforten zur Hölle.

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Marcusbillion zückt die Kamera, der Aru zuckt mit den Schultern um letztlich ein paar picz im kollektiven Gedächtnis der Gesellschaft der Menschenfreunde zu verwahren. Erstbestes Motiv ist der Gummipuppen verkaufende Thomas G. Hornauer.

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"Die Tiere wundern sich längst über Menschen im Zoo"

GayArea, Fetischzone, Hobbynutten, Transvestiten, Silikonköpfe, Fesselspiele, Intimchirurgie, Flirtpubs, Buschfotzen, Peitschenhandel. Die schönsten Anblicke zwischen diesen Aberrationen sexueller Spielart aber zwei einsame Stände inmitten der Ständer.

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Der grüne Zaubertrank verliert angesichts der Gruselshow seine Wirkung.
Die Tränen trocknen, die Eindrücke bleiben.



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Der Aru beginnt angesichts der unleugbaren Tatsachen vorurteilsfrei über Eugenik, Geburtenkontrolle und Zuchthäuser zu sinnieren und kommt zu dem Schluß:
Man müsste jedem Menschen zeigen, wie er in diese Welt gesetzt wurde.

Spätestens bei Young German Girls Dominate Male Slaves kann man nicht mehr als den Peitschen den Rücken zukehren um nach Friedrichshain aufzubrechen und Glückwünsche von Faber und Flex zu überbringen.

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"Nippler, Contenance!"

Bereits der Gang durchs Treppenhaus verrät: Hier muß ein Wichtel wohnen.

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Wichtel begrüßt mich fast so freudig wie sein Ziehhund. Das gute Tier hört auf den Namen Nippler und benimmt sich dementsprechend. "Ich hab überlegt ob sein Körper irgendwelche Drogen produziert. Der is immer so drauf." Und der andere Hund? "Luna? Das ist das genaue Gegenteil, die Valiumvariante."

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Mir wird berichtet, daß eines Tages die Familie Wichmann nach Hause kam und die zerrissenen Windeln des Zöglings Len-Nikolai überall in der Wohnung verteilt vorfand. Die Hunde (d.h. Nippler, der Anstifter) hatten im Müll nach Essensresten gefahndet und dabei auf Grund ihrer Sozialisation als Assiwear-Maskottchen besonderen Gefallen an vollgekoteten Windeln gefunden. Nach getaner Arbeit seien sie dann auf den Balkon gezogen, um sich dort niederzulassen und bei Antreffen ihrer Herrchen zu ruhen. Zwischen ihnen die Schildkröte, der zwei Stücke ihres Körpers fehlten. "Wir dachten schon sie sei tot. Die ist wochenlang nicht aus ihrem Panzer gekommen, so traumatisiert war die."

Herr Wichmann von der GAS jedenfalls entsteigt jedweden Kampffahrzeugen und plant ein epochemachendes Werk in Buchform. Titel "Kundenservice in Deutschland". Auszüge gibt es probeweise vom Callcenteragenten h.c., der in Spanien für Philips den Kundendienst abwickelte während er in einem besetzten Haus dwellte, vor katalonischen Cops flüchtete und seine hochschwangere Freundin vor wilden Ratten beschützen musste. Ich verabrede mich mit Wichtel zur Frankfurter Buchmesse im nächsten Jahr und verlange zugleich ein Dokument der Spanienkalamitäten.

Mit solch einer Lunte in der Feder läßt sich noch nach Ladenschluß eine Pizza bestellen, ein Bier köpfen und Goldstaub in die Luft pusten, denn Berlin weiß:

Spektral: Kompetenz und Sicherheit, in Sachen Dopeness unerläßlich.

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