Freitag, 10. April 2009

Ein Käfig voller Helden

Dopes Tagebuch,

vor der Raucherkabine am Hamburger Flughafen hat der Aru bereits verkündet, Ole im Voraus eine Träne nachzuweinen. Doch nichts ist so erfrischend wie ein Wg-Casting, erst recht wenn es in den heiligen Gemäuern des Steindamms angesiedelt ist und der Co-Director Darren Flexikowski heißt.
Also Hose auf, Penis raus, auf der Tastatur geturnt und das Ergebnis in
1 und 0 verpackt.
Beim Durchforsten, Durchkämmen oder Durchbrechen der sich selbst anbietenden Menschen wird dem Aru leicht anders (München flaschbacks?) und die mail an Doc L und FleXXX wird mit den passenden Worten überschrieben.

"Kann man mit diesen Protagonisten einen Film drehen?"

-big white hammer

-Schottish,proffi tanzerrin

-sabrina, 27 jahr(zehnte?)

-nicht ausschließlich im Dirndl

-Koche, Fernseh sehen, Lachen

-offen für einen abendlichen Plausch

-wegen paar persönlichen Gründen

-frau, 54, sucht

-tchibo/bei einem glaß weißwein


"und wenn ja, was für einen?"

Doc L weiß die einzig mögliche Antwort:

"weiß, wie man einen Putzplan liest...angemessenes Nähe-Distanz-Verhältnis" (Nähe zum Boden, Distanz zum Zaren)
"koche, Fernseh sehen, lachen" "kochen und trinken und Spass haben" (derbe runtergebrochen:fressen ,saufen, Zerstreuung, und dazu Themenabende zum Mittelalter)
"Weißwein" (frigide)
"Fahrrad reparieren...dem Putzflash nachgeben...kein Bier und trotzdem Spass" (lass das einen Oi-character hören, der ballt lachend die Faust) "die Uli" (und der Aru?) "kein Tier" (und selbst?)
"kein Partytier" (Faultier-Doku)

Genre: Splatter

würde Staub Miete zahlen, wäre dieses maulwurfsartige Wühlen durch die Köpfe der Vielen überflüssig.

sucht Savas keine Bleibe, um ein reales Kind zu zeugen?



Die Weichen sind gestellt und SPE trifft sich zu früher Stunde auf Gleis 7b. Flex ist eine Minute zu früh am Zug, flucht über die anstehenden 5 Stunden Regioanalexpress und fällt in Tiefschlaf. Erweckt nur hin und wieder vom Duft der Mecklenburger Jungs. Die uns als grün angemalte Kartoffeln auch am Bahnhof Spalier stehen. 2 Meter neben uns wird ein "Hier regiert der FCH" in die Bierdose gerülpst und Flx und Aru betrachten den Gang durch die Mittagssonne in Flex' Eigenheim als sportliches Warm-Up. Jeder läßt sich kurz mit seiner Blase allein, Flex oben, ich unten, reunited im Café Paula hält Gourmet Kowslowski eine kurze Andacht vor der Kuchentheke und wir verlassen die Gemäuer mit zwei Mandelpuddingschnitten. Die Sonne steht hoch am Horizont, nicht verübeln darf man Monsieur Le Flex seine verbalen Entgleisungen als er von schönen Frauen in Rostock halluziniert, ich bin in meine Mandelschnitte vertieft und habe nur Augen für die Puddingfüllung.
Faber wartet samt Kollegen vor der Nordkurve wie ein Rennhund auf den Startschuß.

Abpfiff. Wir lernen: In Rostock führen alle Wege zum Molotow. Mit dem Rostocker in der Sonne kehrt das Paradies für ein paar Schlücke zurück auf die Erde.


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Nach einem sekündigen Augenschließen findet der Aru sich neben seiner Banknachbarin aus der siebten Klasse wieder. Die junge Frau ist in Aufregung um ihren frisch gewürfelten Rostocker Nachwuchs. Der Bub weilt bei der Oma und soll nach entsetzlichen Schreikrämpfen vor Erschöpfung eingeschlafen sein. Dr. med. sex. rap. vermutet entstehendes Verlangen nach einem kalten Rostocker Pils.
FL and me, güldene Köstlichkeiten vor der Nase und den Minutenzeiger im Nacken, dürfen nicht mehr miterleben wie das Skatturnier in der Punkkneipe und die Rückkehr des schreienden Babys an die Mutterbrust enden.


"17:03 - das weiß in Rostock jeder"

Nach ein paar gemeinsamen Schritten Richtung Hauptbahnhof trennt sich der Oi vom Weizen. Flex rückt vom auf dem Hinweg veranschlagten Dobi Döner ab und begnügt sich mit dem Darm im Darm ("Einer geschenkten Wurst schaut man nicht auf die Pelle"). Die Minuten bis zum Hauptbahnof, ein Zwischenstop im Café Paula und der Griff nach dem Rucksack werden kalkuliert und das Lauftempo durch die Rostocker Innenstadt angepaßt, als Gott uns ein Überaschungsei zwischen die Beine kegelt. Toxic ("... und Hündchen dope seit frühster Kindheit, während ihr taub, stumm und blind seid, bringen wir hauptsächlich king styles") wird aus dem Augenwinkel von seinem alten Rapgefährten Aru ("... du willst flow'n, aber deine rhymes stocken wie'n Fahrstuhl, du bist schon paranoid, weil sogar deine mama mich liebt und jede fotze mein' nam'n ruft, doch ich feil an wahrer musik und bin in gedanken vertieft über gott und den nachwuchs") erkannt und durch den anderthalbminütigen speed talk das Zeitgefüge aus dem Rahmen gebracht. Toxic ruft seinen Hund zur Räson ("Don!!") und Spe den Schlußspurt aus.

Der Zupfkuchen im Café Paula wird auf Zuwurf mitgenommen und Aru hält die Mitfahrgelegenheit bei Laune/an der Strippe ("Noch vier Minuten. Noch drei Minuten. Noch zwei Minuten. Rostocker Pils als Erkennungszeichen"). Noch vor dem ersten Halt im wortwörtlich brechend vollen Regionalexpress outet sich die junge Frau ("Jura") und Flex und Aru schauen betreten zu Boden. Da dort jedoch nur unsere selbst gemachten Bierflecken zu sehen sind, wieder in das Gesicht unserer ansehnlichen Zeitvertreibung. Zwischen Bützow und Boizenburg erzählt Flex mit stolzgeschwelltem Bierbauch von seiner anstehenden Weltreise. Dann ein bißchen Spe flavor, Testosteronhauch und abschließend der Zupfkuchen auf die Zunge verschüchterter Leckmäuler. Ankunft in Hamburg, Menschen wurden geschmeidig gemacht, nach dem eigenen Bilde geformt und beim Ausstieg auf die Casting-Couch eingeladen. Wir ernten ein zurückhaltendes Lächeln samt Abschiedswinken und müssen konstatieren, dass weitere 8 Semester Medizin und 3 drei Jahre Couch Surfing vonnöten sind um auch sowas zu verstehen.

Nach kurzem Zwischenstop in der Wettbar um die Tippscheine zu zerreißen öffnet der Steindamm seine Pforten. Flex nimmt auf der Couch Platz und stellt sich den Bewerbern als Hausgeist vor.


"Mitbewohner gesucht-nur keine hässliche Kuh"

Erste in der Runde der notleidenden Wohnungssuchenden ist Anastasia, 20jährige Kirgisin, die vier Monate des letzten Jahres bei einem schwulen Pärchen in der madigen Schale des Big Apple (Al: Rohrverleger, Dark: Schuldirektor) die Leihmutterkinder und Hündchen Peppy (Chiwawa aus der Bronx) versorgt hat. Hausgeist Flex votet mehrmals für die junge Dame, die sich in Hamburg von Couch zu Couch gerobbt hat und jetzt auf der Suche nach einem Sprungbrett ins Haifischbecken Wohnungsmarkt ist. Geschichten aus der Nachbarschaft werden auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten hoch gehandelt und von Hasselbrooker Exhibitionisten berichtet, die nackt durchs Treppenhaus laufen und wie Gott sie schuf und das Leben sie zeichnete an den Türen klingen in der Hoffnung, dass sich Augen, Spione und eventuell Türschlösser öffnen. Der Aru vermerkt Pluspunkte ("hat schon mal nen nackten Mann gesehen") und kann selbiges auch vom zweiten Bewerber in der Runde vermuten, ohne dies allerdings positiv auslegen zu können.

Adrian Coluci, Hotelier im fortgeschrittenen Alter, scheint antizipiert zu haben, wonach der Steindamm lechzt und kommt in Jackett mit Peugeot-Emblem und Anarchisten-Cappie. Der Wein wird dankend abgelehnt ("Nur Weißwein"), ein Exkurs in die Welt der Spirituosen vom Sommelier für Vergorenes angerissen ("Bier mit Zitrone") und mit einem Grundsatzstatement beendet ("Ich komm grad aus der Kirche"). Ungefragt gibt Monsieur zum Protokoll: "Ich bin Deutscher", als ob dies die Götter des Steindamms gnädig stimmen könnte, und erkärt über seinen italienischen Akzent: "Der ist angelernt."

Daniel kommt zweimal, erst mit Freundin und dann mit Weinnachschub, den der ehemalige Jacques' Weindeponist zu fortgeschrittener Stunde vom Wegerand des Steindamms pflückt.
Dialoge aus der Zeit des jungen Mannes als ALDI-Mitarbeiter.

"Wir müssen mal über meine Zukunft reden."
"Gut-wir wollten Sie zum stellvertretenden Filialleiter befördern."
"Ich wollte kündigen."

Michael gibt nach 20 Minuten in der Runde zum Protokoll: "Ich bin eh nur zum Wein trinken hier." Der junge Mann und gebürtige Schweriner ("Schwerin? Da wohnen doch nur Rentner. Und Arbeitslose.") verweilte des längeren in der Schweiz, trieb sich in Aufzügen rum und schätzt seine Steindammchancen auf die Größe eines Hagelkorns. Abwinken beim Verabschieden, das Aufschreiben der Telefonnummer scheint nach ein paar Schlücken Göttertrunk überflüssig. "Ich würd die kleine süße hier vorn nehmen."

Caro [Kärro] scheint sich aus Thüringen direkt in die 101 verlaufen zu haben wie und erkundigt sich als erstes nach den Ausgehmöglichkeiten. Ich zähle auf Stripclub, Pornokino und Transvestitenbar. Madame la Gorge inspiriert Hausgeist Flex noch Stunden nach Verlassen der Runde zu Monologen, die die Harkortküche in den eigenen Schatten stellen, zu später Stunde auf einem blauen Zettel festgehalten und nachträglich zensiert werden.
Flex einziger Satz, der mit der Sittsamkeit im 21. Jahrhundert an diesem Abend konform geht: "5 Leute da, und alle waren's wert gesehen zu werden."

Image Hosted by ImageShack.us Was vom Tage übrigblieb

Arbeitsteilig beginnt der nächste Tag. Aru kauft erneut das Weinregal im Penny Markt auf und Fl kommt mit nützlichen Utensilien aus einer der Goldgruben des Steindamms.

Image Hosted by ImageShack.us FeliXXX

Trotz kürzlich genossener Shaolin flows zeigt Mister Übergröße sich ungeduldig und tauscht die Ruhe eines buddha monks gegen eine Fuhre DVDs aus den Bücherhallen. Um so Steindamm-Siegerin auf Zeit
Jenny zu verpassen.

Die junge Frau qualifiziert sich en passant für die pole position. Die De Sade-Biographie auf dem Tisch sticht ins Auge und ins Herz, vollkommen überaschend und für den Aru fast welterschütternd kommt Leopold von Sacher-Masoch und die Venus im Pelz aus den Tiefen eines weiblichen Säugetiergehirns. Was diese dort zu suchen hat, wäre einer der Forschungsgegenstände in der 101 für laue Sommernächte.

Auf Grund der internet performance, für die alles andere als ein Sieg eine Schande wäre und den Einzug der Hildesheimerin ins Kinderheim wahrscheinlich macht, sieht der Aru sich genötigt, das Urteil zu revidieren und statt dopeness anzubieten, die neuerdings in Quadratmetern gemessen wird, täglich auf lips.de für Jenny mit der Okulele und gegen Falk-Julian mit dem Babyface zu voten.

Carsten aus Dessau spielt seine street knowledge aus und weist meine Bedenken, man könne sich als 101-Aspirant irrtümlicherweise in den Mob für die bizarrerweise zeitgleich stattfindene Wohnungsbesichtigung im Erdgeschoß verlaufen, ab: "Als gelernter DDR-Bürger hätt ich mich da natürlich nicht angestellt, weil da, wo viele Leute anstehen, es am Ende nix mehr gibt."
Angeboten wird dem Aru im Falle eines Einzugs des öfteren Fisch von Gosh, wo der junge Mann jobbt, wenn er sich nicht grad von Berufs wegen mit kleinen Kindern prügeln muß.
Beim Blick in die Küche und damit auf den Weinflaschenfriedhof fällt dem akkuraten Anzeigenleser auf: "Sind schon ein paar mehr geworden."

Der Aru bedankt sich fürs Erste und muß dem zurückkehrenden Flex beibringen, zwei weitere Bewerber, darunter die zukünftige Siegerin, verpaßt zu haben.

Die Nacht bricht herein über dem Steindamm und Flex und Aru geben sich beim Chillen und Plattenhören ihren Jugendphantasien hin. Seit der Erfindung der Schallplatte ist das missing link a.k.a. die Stellschraube zwischen Platten hören und Chillen die Tatsache, dass selbst die längste long play Scheibe in regelmäßigen Abständen gewechselt werden muß. Für die beiden Erfindergeister mit dem Gespür für die rechten Situationen ist klar, dass dies nur von einer record slut im Tanga vollbracht werden kann.

Christina aus Aschaffenburg hat einen Tag zuvor beschlossen ihr Leben umzukrempeln und startet dieses ehrenvolle Unterfangen nun zurecht in der 101. Die vom Aru zubereiteten Früchte des Steindamms werden nur in der Mädchenversion genossen (“Bikinifigur für Sardinien“) und dafür jedes Fenster genutzt um den Steindamm-Juroren 5 Minuten lang den Popo zu präsentieren. SPE vergibt Haltungsnoten und führt die junge Dame in die sinnliche Kunst des Plattenwechselns ein.

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Diese zeigt sich überaus gelehrig und versucht sich für Höheres zu empfehlen. Madame war bereits beizeiten “mit Papa ein Bier trinken in der langen Reihe“ und scheint alle Bemühungen darauf verwenden zu müssen, um Aru und Flex nicht vorzeitig auf den Schoß zu springen.
Die formale Disqualifikation dann face-to-face mit dem Hausherrn.
“Du siehst n bißchen aus wie’n Öko“
Der Aru schaut auf sein suck-me-I-play-rugby-Shirt und sagt perplexerweise sowas wie “bescheuert“, “Arsch offen“ und verzieht die Mundwinkel zu einem Fragezeichen.
“Ich meine so’n bißchen, angehaucht.“
Für den Studenten der Humanmedizin ist angehaucht halb infiziert und die Wohnungstür für unsere Bewerberin einen halben Meter nähergerückt.
Zur Entschädigung wird noch ein ´96er Châteaux de Parenchère aus dem Täschchen gezückt um die Götter gnädig zu stimmen. Die Gnade reicht bis zum letzten Tropfen und die Aufmerksamkeit verschiebt von Mademoiselle zu einer von Klaus Kinskis Glanzrollen (“Der Triebmörder“, Fernando di Leo, 1972).

Am nächsten Morgen Erschütterndes in Form mütterlicher sms: “Kannst du dir mich in zwei Jahren in einem Haus in Stellingen vorstellen?“
Krisengespräch mit Herrn Kowski in der Früh und die gemeinsame Antwort: “Kommentar Flex: Was macht denn die Mama da? Dem möchte ich mich anschließen. Der Frühstückstee ist verschüttet“

“Tja, die Kläuse dieser Welt bezaubern jede Frau-sagt Mama“

“Bei diesem Bomardement frühmorgendlicher Schreckensmeldungen kann der Aru nicht anders als den Rotweinschädel zwischen die Schulterblätter ziehen und innehalten.“

Im Laufe des Tages dann der Griff zum Portable und die Retouchierung der bereits vollzogenen Absage an Anastasia auf Grund Jennifers gottgewolltem Karaokesieg. Die damalige Enttäuschung am anderen Ende des Hörers kroch dem Aru spürbar bis an Orte, die eigentlich kleinen Französinnen vorbehalten sind. Umso schöner nun das Telefon vor Freude vibrieren zu hören. Man versteht einmal mehr: Flex und Aru spielen in der Liga der ehrenwerten Gentlemen.


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Sonntag, 8. Februar 2009

Den femininen Muschipups salonfähig machen

Dopes Tagebuch,

lange haben wir nicht mehr interferiert. Fadenscheinige Ausflüchte und Trägheitsmomente ließen dein Inneres leer und deine Leserschaft hungrig. Tropfende Wasserhähne, tropfende Fotzen, der Elevator in der 101 wurde schon vorsorglich ausgebaut.

Wenn es aber heißt, SPE goes Hollywood goes Südkurve goes Toulouse, kann der Penis nicht länger schweigen und spritzt Rohrschachkleckse auf deine Seiten.

Stars & Strips

F to da Bone kehrt mit einem Doppelpack Menschentum in den Steindamm, das er schon vorsorglich per sms ankündigte ("Uschi erzählt von ihrem armenischen Ex-freund, Macho, jeden Tag gefickt,und will von mir wissen, ob ich sie nicht an nen cuten boy verkuppeln kann.") und auf des Arus CouchSurfingCouch ablegt. Kahlier und Megan sind sowas wie Ernie und Bert und fungieren als amerikanische Botschafterinnen in der Taliban-Hochburg Steindamm.
Die beiden Hollywood-Surferinnen benehmen sich wie es ihre Herkunft vermuten lässt und representen ihre Hood standesgemäß. Fl und Aru werden genötigt amerikanische Tratschseiten aufzurufen um Pamela Andersons Orangenarsch aus jedem Winkel zu inspizieren. Die beiden chronisch schwanzgierigen und genauso verklemmten Weibsstücke bauen die 101 zum Kinderspielplatz um und sorgen beim Aru für Erinnerungen an die Klassenfahrt mit der 6b nach Heringsdorf. Mit Frau Gössel, Frau Dörschner und einer weiteren Lehrpersona non grata.
Nach dem Herzkirschentee wird die Red Passion Mischung aufgesetzt und verfehlt ihre Wirkung nicht. Das gackernde Ungemach ist fixiert auf prätentiöse Witze und beendet die traute Runde mit der Auflistung schwuler Rapper in Hollywood. Dass 50 Cent und sein ganzer Clan ein homophiler Haufen ist, erschließt sich dem neutralen Betrachter bereits beim Konsum marktüberflutender Musikvideos, dass Method Man und Redman ein schwules Pärchen abgeben sorgt zumindest für Widerhall in spektralen Gemäuern, wenn auch nur mit der Intensität eines Füßestampfens.
Der Aru gönnt sich zur Erholung ein paar Stunden als Versuchstier im Magnetresonanztomographen und Fl führt die Zweierbande in den Harkortstieg vor die Simpsons-sammlung.
Die Nacht absorbiert einiges an Abstößlichkeiten und im Schutze der Dunkelheit wird ein Couchsurfing meal zubereitet, dass noch nie seine Wirkung verfehlte.
Der dazugehörige Plausch ist nicht wirklich förderlich für die Verdauung, Flex und ich reden irgendwann nur noch Couchsurfing erprobten Metatalk und bestaunen das auslaufende Weibertum uns gegenüber. Fl wird leicht ausfällig gegenüber Gesellschaftsformen auf der anderen Seite der Nordhalbkugel und faßt den spektralen Eindruck passend zusammen: "Hollywood, Alter, stell dir mal vor wir würden da leben!"
Mit dem Weinglas in der Hand und dem Weibsspaß gegenüber werden die Zuordnungen für die Nacht verteilt. Flex würde auch gerne wechseln ("Hatte ich ja schon gestern nacht"), ich bestehe auf den weißen Christen-Popo, der zumindest imaginierte Geilheit nicht unwahrscheinlich erscheinen läßt und lehne ebony-lilly dankend ab.
Was Aru und Fl dann an Intrigantismus bestaunen dürfen ist allerhand und nicht zu Unrecht unter den Früchten des Steindamms zu finden.
Kahlier plaudert aus dem Schminktäschchen und berichtet von Megans Verhalten in vorrangig schwarzer Männergesellschaft. "When Megan is drunk, she likes to dance and likes to be watched by many men. She likes it when they touch her ass and get horny."
Damit nicht genug, der "guten Freundin" wird nachgesagt, sich seit mehreren Tagen auf der Reise nicht geduscht zu haben. Was die gute Freundin nach Erwähnung und in Anbetracht der Nachtplanung natürlich schnellstmöglich nachzuholen hat. Das eine Pferd im Stall, das andere unter der Dusche ist für Flex die Zeit gekommen in der Harkortküche noch ein paar Basisinformationen an den Aru weiterzureichen.

Madame Le Popo ist Christin, unverheiratet und Halb-Jungfrau. Erst ein langjähriger Freund sei zu verzeichnen gewesen, der nun aber nicht mehr aktuell ist und nie weiter als bis zur Gürtellinie kam. Die junge Amerikanerin hat sich in einem Ex-Sträflingsprogramm engagiert und nahm das Prinzip der Resozialisierung augenscheinlich sehr ernst und wörtlich. Das Rektum jedenfalls wurde auf einem Festival von einem ehemaligen Insassen, der scheinbar lieber bei seiner Bewährungshelferin einsaß als auf elektrischen Stühlen, entweiht und stellt wohl sowas wie den Höhepunkt des Sexuallebens der frommen Lady dar. Der po-tentielle Erlöser spült den Mund mit Rotwein aus und verschluckt sich am Blut eines Poeten. "Dann stoße ich heut Nacht ja noch auf meine eigene Spinatrahmsoße."
Der Aru spielt Schwanz oder Ehre und verliert bzw. gewinnt. Glücklicherweise hat der Harkortstieg des Lebens zwei Ausgänge und die 101 keinen Schlüssel im Loch.

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Morgenlatte war gestern, heute zeigt der Penis Richtung Norden und der Aru macht sich auf den Weg zu einer Entschädigung für die vorherige Nacht. Weib beglückt, Mission geglückt.

Back in HH blinkt das Handy und Fl fasst die zwischenmenschlichen Aspekte des humanen Sexualverhaltens und die letzten Couch Surfing Nächte gleichermaßen zusammen:

"Eine Fotze zu streicheln ist wie einen Hund zu streicheln, nicht mehr und nicht weniger."

Alle gegen Rostock

Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte, diesmal als Hansa-Schal, der fliegenderweise FaxenFaber nach Hamburg befördert.
Des Nachts bei Matze wird sich auf den bevorstehenden Clash of Civilizations eingestimmt und deutlich gemacht, wie es den beiden hanseatischen Gladiatoren beim morgigen Arenenkampf ergehen wird: "Scheiße, Alter, morgen haben wir nur Feinde: Die Pauli-Fans, die Bullen - und die eigenen Fans."
Der Platz des Schauspiels für Fl, Aru, Matze und Faber dürfte die Fieberkurve sein, Worte wie Weihnachten und kleines Kind fallen in die Bierflasche und sorgen für ein feeling aus längst vergorenen Tagen.

Back im Harkortstieg des Lebens suchen Fl und Aru passenderweise erst die Pizza aus der Kühltruhe und dann die Surferinnen für Toulouse, garniert von ein paar Frauengeschichten der letzten Tage, versehen mit dem dazugehörigen theoretischen Überbau. Die Nacht wird um 5:30 für beendet erklärt und für den Aru heißt es ein paar Schlafstunden später zum Frühstück: professionelle Verkostung von Mango-Schoko-Keksen, der Aperitif für den Assikick.

Die letzten Vorbereitungen werden getroffen, der Tippschein in der Wettbar, der der Aru mindestens schon einen Flachbildschirm gesponsort hat, auf Pauli umgeschrieben und die U-Bahnstation Feldstraße anvisiert. Der Anblick der beiden in schwarz gehüllten Gestalten, die bereits seit Stunden mit ihrem Bier vorm Schanzenbäcker ausharren, allein ein Erlebnis wert. Matzes in der letzten Nacht groß angekündigter GoodNightWhitePride-Button ist auf die Größe eines Stecknadelkopfes geschrumpft, der ihm aus dem Herzen zu hängen scheint. Die beiden Herzhanseaten machen sich auf den Weg in den Gästeblock, Flex und ich in den Real-Markt auf der Suche nach Eß- und Trinkbaren. Die überdimensionierten Einkaufshallen bieten Reminiszenzen an Dawn of the Living Dead und Fl und ich überlegen die dritte Halbzeit zwischen die Kühltruhen zu verlagern.



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Das Hamburger Wetter treibt die beiden Spektralheroes ins Café Oriental, wo wir einen Kakao to Go erst in unserem Geiste kreieren und dann bestellen. Mit Sahne. Auf dem Weg zurück zur Feldstraße überlegen wir die Kampflesben für den Endkampf zu mobilisieren.

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In der Zwischenzeit ist der Hansa-Mob angekommen und demonstiert warum er mit etwas Phantasie die Form eines Gehirns erkennen läßt. Umringt von Wasserwerfern und Spezialeinheiten werden Flaschen geworfen und 20 Meter neben einer Tankstelle Raketen abgefeuert, die im eigenen Pulk landen. Die Stimmung scheint aufgeheizt genug um die Wasserwerfer zu aktivieren. Flex und Aru werfen ihre Kakaobecher in die dafür vorgesehenen Mülleimer und sehen sich in der Mordkurve Schwuchteln, die mir auf die Jacke aschen und Fotzen auf Penishöhe, die mir ins Ohr kreischen, gegenüber. Die Rauchbomben dürften Faber und Matze weniger Tränen in die Augen getrieben haben als das Game selbst; nach Abpfiff treiben Wasserwerfer und Menschenschränke in der Montur, die Spe fürs nächste Cover anlegen will, Aru und Flex zurück ins Cafe Oriental, wo man residiert um sich weder die Pfötchen noch die Samthandschuhe naß zu machen und den zweiten Kakao des Tages genießt.
Das blanke Ergebnis: 3:2. Die nackte Wahrheit:

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